Pressestimme

zum HAZ-Artikel „Parkplätze müssen Veloroute weichen“ vom 25.2.2021

Mit großer Überraschung wird nun festgestellt, dass der Ausbau des Fahrradwegenetzes über die sogenannten Velorouten auch zulasten der Automobilliebhaber geht. Da muss man sich fragen, ob es in Hannover vielleicht ein Problem mit der zweiten Grundrechenart, der Subtraktion, gibt. Eine wundersame Flächenvermehrung ist in der Stadt wohl schlecht möglich, wie also sonst sollte man einem Fortbewegungsmittel Vorteile verschaffen, wenn nicht zulasten anderer ? Und dies muss doch letztendlich, wenn der grüne Oberbürgermeister Onay es tatsächlich ernst meinen sollte, auch genau so sein. Im Ziel muss ein durch gute Infrastruktur geförderter, zunehmender Radverkehr zu einer Abnahme des Autoverkehrs führen. Somit ist auch eine Abnahme der Verkehrs- und Parkplatzflächen für Autos letztendlich logisch und überhaupt nicht überraschend.

Schon in seiner Wahlkampagne hat der heutige OB mit einer fahrradfreundlichen Stadt und einer teilweise autofreien Innenstadt geworben. Anderthalb Jahre nach der Wahl rühmt man sich damit, grüne Punkte auf bestehende Radwege zu malen und diese fortan Velorouten zu nennen. Für die tatsächliche Umgestaltung der Radwege (Ampelschaltungen, Wegeverbreiterungen, etc.) gibt man sich 10 Jahre ! Das ist beschämend. Hannover hätte theoretisch (Landeshauptstadt, Kulturangebot, Topografie, grünes Oberhaupt, u.v.a.) die besten Chancen, das Kopenhagen Deutschlands und somit eine umweltfreundliche und höchst attraktive Stadt sowohl für dessen Bewohner als auch für Besucher werden zu können. Da die Politik in der Stadt jedoch aus Mutlosigkeit lieber diskutiert als handelt, wird man wohl auf Dauer bestenfalls in der Mittelmäßigkeit verbleiben.